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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 1.061 mal aufgerufen
 Rolligkeit, Fortpflanzung, Kastration, Vererbung
B.P ( Gast )
Beiträge:

16.05.2002 17:37
Vererbung Fellfarbe und Augenöffnen (Anlage oder Umwelt?) antworten
Liebe Tierfreunde
Die Katze einer Freundin hatte gerade einen Wurf mit vier jungen Kätzchen
(10 Tage alt). Eine Katze aus dem Wurf fällt durch ihre Musterung
besonders auf, die anderen drei sind alle einfarbig und (auf Anhieb)
nicht gut unterscheidbar. Als die Mutterkatze einen neuen Ort zur
Unterbringung suchte, nahm sie immer erst nur eine, nämlich die
auffällige Katze mit. Nun hörte ich, dass diese optisch auffällige Katze
die Augen geöffnet hat, während die anderen Kätzchen die Augen noch
geschlossen haben und meine These war, dass das u.a. auch daran liegen
könnte, dass diese Katze eine größere Zuwendung erfahren hat und deswegen
auch einen kleinen Entwicklungsvorsprung hat. Oder ist das Unsinn und
allein genetisch zu erklären? Die betreffende Katze war übrigens die
zweite Geburt von den Vieren.

Die Mutterkatze ist grauschwarz getigert, das bevorzugte kleine Kätzchen
ebenfalls. Die drei anderen Kätzchen aus dem Wurf sind z.Z. fast einfarbig
schwarz. Der Vater ist meines Wissens ebenfalls schwarz.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die kleine Tigerkatze auch von den
(Menschen-)Kindern der Familie und von Besuchern durch die auffällige
Musterung häufiger auf die Hand genommen wird als die anderen Kätzchen. Man
kann es bei den schwarzen auch nicht genau beurteilen, wie oft jedes der
(schwarzen) Kleinen herausgenommen wird, da wie gesagt die Unterscheidung
schwerfällt.

Der "Streitpunkt" bei der Diskussion mit meiner Freundin war, ob es sich um
eine rein genetisch festgelegte Entwicklung beim Augenöffnen handelt oder
ob auch die Zuwendung Einfluss darauf nimmt. Ich hatte vermutet, es verhält
sich vielleicht ähnlich, wie bei Untersuchungen über Intelligenz, wo
nachweislich körperliche Zuwendung die Intelligenzentwicklung fördert (die
natürlich immer auch entscheidend von genetischen Faktoren abhängt).

Die These meiner Freundin war die, dass es sich bei der getigerten Katze um
eine andere Rasse handelt (aufgrund des anderen Aussehens) und es innerhalb
der Rassen unterschiedlich schnelle Entwicklungen beim Augenöffnen gibt.

Gespannte Grüße,
B.P.

Dr. Y. Schiftan ( Gast )
Beiträge:

16.05.2002 17:37
#2 RE:Vererbung Fellfarbe und Augenöffnen (Anlage oder Umwelt?) antworten
Liebe Tierfreundinnen
Die Frage ist sehr interessant und sehr komplex. Da es sich nur um einen
Wurf Kätzchen und eine einzige Beobachtung eines Phänomenes unter nicht
kontrollierbaren Bedingungen handelt dürfte man keine wissenschaftlichen
Rückschlüsse ziehen. Die Farbe des Fells kann eine reine Variation sein,
d.h. Phänotyp und nicht als Zeichen der anderer Rasse. Eine häufige
Handhabung (Handling) ist mit Sicherheit ein entwicklungsfordender Faktor.
Tiere und Kinder die häufiger gestreichelt werden entwickeln sich besser und
schneller als ihre nicht gestreichelten Geschwister. Die Urfrage genetisch
oder durch Umwelteinflüsse kann man folgendermassen beantworten: Die
bestehenden Voraussetzungen müssten gestreichelt werden damit sie zur
Geltung kommen.
Herzlichst Dr. Y. Schiftan

Marc ( Gast )
Beiträge:

16.05.2002 17:40
#3 RE:Vererbung Fellfarbe und Augenöffnen (Anlage oder Umwelt?) antworten
Liebe Tierfreundin
Gut beobachtet und gefolgert.
Dr. Schiftan hat recht, die Anzahl der Würfe und Jungen ist zu klein,
um schlüssig etwas auszusagen.
Halten wir fest:
Die Jungen haben (sicher?) nur einen Vater.
Die Fellfarbe wird von versch. Genen beeinflusst.
Das Zusammenwirken und die Auswirkung der Gene ist komplex.
Die Augenöffnung ist ebenfalls vom Genotyp abhängig, wahrscheinlich steuern
wenige Gene (auch von äussern Faktoren beeinflusst, Genotyp => Phänotyp),
da das Augenöffnen bei den meisten Katzen etwa gleich lang dauert.
Dazu kommen die nervösen und hormonellen Einflüsse. Die Zuwendung,
das Streicheln, das Hochheben, erzeugen nervöse und hormonelle Reize,
die durchaus dazu führen können die Augen früher zu öffnen.
In Ihrem Falle tippe ich, bei prakt. ähnlichem Genotyp der wenigen Gene,
auf die äussern Reize.
Die «doppelt» wirken - anderes Aussehen (getigert) mehr Zuwendung der
Betreuer.
Mit tierfreundlichen Grüssen
Marc für Tierinformation

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